Peter Kogler - U-Bahn-Station Karlsplatz

2012 hat Peter Kogler die U-Bahn-Station Karlsplatz im Rahmen von KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) künstlerisch gestaltet. Es handelt sich um ein Gefüge aus computergenerierten Röhrenformen, die sich über mehrere Flächen der U-Bahn-Station schlängeln.

 

Die Räumlichkeit der U-Bahn-Stationen

U-Bahn-Stationen und ihr Verkehrsnetz schaffen mit ihren Passagen, Rolltreppen oder Gleisen ein komplexes Miteinander von Raum- und Bewegungsschleusen und stehen für Mobilität und Transfer. Durch ihre unterirdische und städtische Verkehrsstruktur bleiben sie dem Blick von außen verborgen.

 

Über die Grenzen der Architektur hinaus

Das tapetenartige Werk Koglers befindet sich im Zwischengeschoss der U-Bahn-Station Karlplatz. Es besteht aus insgesamt 193 schwarz-weiß bedruckten Glaselementen, die durch ein Siebdruckverfahren erzeugt wurden, und erstreckt sich auf einer Fläche mit 420 Quadratmetern.

In der Installation ist eine Erweiterung des realen Raumes der Station zu erkennen und damit scheinen sich auch die Grenzen der Architektur aufzulösen. Die hier zu sehenden Strukturen spielen wohl auch auf die Transferfunktion des Raumes an. Der Künstler thematisiert auch die omnipräsente Medialisierung und Technologisierung durch Computernetzwerke und Datenströme.

Zudem zeigen die netzwerkartigen Verzweigungen eine Veflechtung einer künstlichen und zeichenhaften Realität, die zugleich auch einen illusionären Charakter besitzen. Nicht nur hier, sondern auch in anderen Werken verweist Peter Kogler auf ein Zusammenspiel von oragnischen und technischen sowie natürlichen und künstlichen Elementen. Die Röhrenformen erinnern demnach nicht zufällig an Kapillarsysteme oder das Innere eines Kristalls.

 

Fazit

Das Projekt KÖR, in dessen Kontext Peter Koglers Gebilde entstanden ist, zeigt, dass Kunst überall einen Platz finden kann. Im Alltagsstress läuft man womöglich an dem Werk in der U-Bahn-Station vorbei, es ist jedoch durchaus einen Blick wert. Fast unsichtbar fügt es sich in das Bild der Station ein. Nicht immer findet man beeindruckende Gebilde in Museen oder Galerien, sie können überall in  der Stadt auftauchen. Die Stadt wird durch KÖR zu einer Outdoor-Ausstellungsfläche. Und so finden Kunst und Kultur auch in Zeiten von Corona und Lockdowns eine Beachtung.

 

Peter Koglers Installation ist bis auf Weiteres in der U-Bahn-Station Karlsplatz U1-U2 zu sehen

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