Yellow Cat Theatre - Die Troerinnen - Theater Arche

Am 18. Jänner 2022 feierte das Yellow Cat Theatre mit "Die Troerinnen" Premiere in der Theater Arche. Das Stück, gespickt mit modernen Elementen, beruht auf den literarischen Vorlagen von Sartre und Euripides.

 

Troja in Schutt und Asche

Troja, einst das Juwel der Agäis, ist zerstört. Alle Trojaner sind tot. Es ist das Kriegsende und die siegreichen Griechen bereiten ihre glorreiche Heimkehr vor. Die tragische Geschichte wird aus der Sicht der zurückgelassenen Frauen erzählt. Vor einem reduzierten Bühnenbild, bestehend aus Pappkisten, einem Tisch und einem Bett, wird die Tragik nochmals hervorgehoben.

 

Die Frauen, der Krieg und die Folgen 

Die besagten Frauen der Trojaner wurden gefangen genommen und sollen nun verlost werden. Es sind Hekabe (Johanna Meyer), die Frau des toten Herrschers Trojas, Andromache (Jennifer Gross) und Kassandra (Helena May Heber), aus deren Sicht das Leiden und die Folgen des verlorenen Krieges berichtet wird.

Sie und die anderen Geiseln haben alles verloren, was sie einst besessen haben. Nun soll ihnen auch noch die Entscheidungsfreiheit über den Fortgang ihrer Zukunft genommen werden. Sie müssen sich ihrem Schicksal stellen, nehmen dies jedoch nicht so einfach hin. So aussichtslos es auch scheinen mag, die Troerinnen zeigen sich kämpferisch und stehen bis zuletzt zu ihren Idealen.

 

Fazit

Mit "Die Troerinnen" ist dem Yellow Cat Theatre ein durchaus interessantes Stück gelungen. Es zeigt, dass antike Stoffe kaum etwas an Aktualität verloren haben. Es geht um die Inkompatibilität von Pflicht und Moral sowie Macht und Ohnmacht in Zeiten, in denen es keine gültige Wahrheit mehr gibt.  Die Zeitlosigkeit dieses antiken Stückes zeigt sich an der moderner Kleidung und Sprache der Protagonistinnen. Sartre und Euripides werden somit gekonnt in die Gegenwart gerückt. Und genau dies macht "Die Troerinnen" sehenswert.

 

Autorin: Isabel Victoria

 

"Die Troerinnen" ist ein Gastspiel des Yellow Cat Theatre und noch bis 22. Jänner 2022 in der Theater Arche zu sehen

 

FotoCredit: ©Marcus Josef Weiss

Autorin: Isabel Victoria

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