Dalí - Freud - Eine Obsession - Unteres Belvedere

Das Untere Belvedere bietet mit "Dalí-Freud - Eine Obsession" seit 28. Jänner einen Einblick in Dalís künstlerisches Schaffen, welches maßgeblich von Freuds psychoanalytischen Theorien beeinflusst wurde. Die Verbundenheit der beiden wird anhand von rund 100 Exponaten, wie Gemälden oder Originalschriften, gezeigt. Zudem wird auch auf bedeutende Begegnungen Dalís mit Federico Garcia Lorca oder Santiago Ramon y Cajal eingegangen.


Dalís familiäre Hintergründe

Einen ersten Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Familiengeschichte von Salvador Dalí.  Der Künstler selbst sah als Auslöser für seine Zwänge, Ängste und Obsessionen ein durchaus schwieriges Verhältnis zur eigenen Familie. Besonders prägend dabei war die angespannte Beziehung zu seinem Vater. Er ist die totalitäre Autorität, der man zu gehorchen hatte. All dies sowie der letztendliche Verstoß vom Vater des eigenen Sohnes hatte einen großen Einfluss auf Dalís Psyche.  

 

Entdeckung von Freud 

In seinen Studienjahren in Madrid wurde der junge Künstler in den 1920er erstmals auf die Studien Freuds aufmerksam. In der "Traumdeutung" fand er schließlich eine große Inspriationsquelle für seine Arbeiten, da es ihm neue Zugangsweisen zur Verarbeitung seiner Konflikte eröffnete. In dieser Zeit entstanden schließlich Werke, die dem Futurismus oder dem Kubismus zuzuordnen sind. 

 

Surrealistische Bildsprache

Im Jahr 1929 entwickelte Dalí schließlich aus unterschiedlichen Inspirationsquellen eine surrealistische Bildsprache. Als frühestes Zeugnis dafür kann "Das düstere Spiel" aus dem Jahr 1929 herangezogen werden. In dieser prägenden Periode lernte Dalí Gala kennen, die zeitlebens seine Partnerin war und seine künstlerische surrealistische Produktivität in Paris begleitete. In diesen zeitlichen Kontext sind Werke wie "Fisch-Mann", "Die Reue" oder "Die Einsamkeit" einzuordnen. 


Dalí im Dialog 

Am 19. Juli 1938 ging Dalís langersehnter Wunsch in Erfüllung, als er Freud in dessen Londoner Exil traf. Die Begegnung fand dank der Vermittlung von Stefan Zweig und Edward James statt. Zum Treffen nahm Dalí sein Gemälde "Metamorphose des Narziss" mit, anhand dessen er Freud seine paranoisch-kritische Theorien näherbringen wollte. Der Wunsch Dalís, Anerkennung von dem Begründer der Psychoanalyse zu erhalten erfüllte sich aufgrund von Freuds schlechter werdenden Gesundheitszustandes sowie Sprachbarrieren nicht. Dennoch zeigte Freud durchaus Interesse an dem Künstler Salvador Dalí und beteuerte, seine Meinung zum Surrealismus zu überdenken. Mit dem Treffen von Freud kam auch Dalís freudianische Schaffenszeit zu einem Ende.


Fazit

Dem Belvedere ist mit "Dalí-Freud-Eine Obsession" eine sehr spannende Ausstellung gelungen. Sie gibt Einblicke in die Hintergründe von Dalís Schaffen und lässt die Besucher anhand von Orignalzitaten in Dalís Psyche blicken. Es ist eine psychoanaltische Reise durch die Kunst von Salvador Dalí und durchaus sehenswert.


"Dalí-Freud-Eine Obsession" ist noch bis 29. Mai 2022 im Unteren Belvedere zu sehen