Edvard Munch - Im Dialog - Albertina

Die Albertina bietet seit 18. Februar mit "Edvard Munch. Im Dialog" einen umfassenden Überblick über das Schaffen des norwegischen Malers. Gezeigt werden 60 Gemälde von Edvard Munch, dessen Gemälde Vorbild für zeitgenössische und moderne Kunst sind. Dies wird anhand von sieben KünstlerInnen zur Schau gebracht, die mit Munch in Dialog gesetzt werden.

 

Biografische Erkundungen

Im ersten Teil der Ausstellung wird ein Einblick in Munchs Biografie und künstlerisches Werk gegeben. Der 1863 geborene Munch widmete sich in seiner ersten Schaffensphase vor allem dem Naturalismus. Bereits 1886 löste er mit Bildnissen, wie "Das kranke Kind", einen großen Skandal aus. In dem bedrückenden Gemälde verarbeitete der Künstler den Tod seiner Schwester. 1890 fertigte Munch erste Arbeiten im Stil des Symbolismus an. Die Natur wird dabei zum Spiegel der Seele und Darstellungsort für Emotionen. 1906 wurden seine Werke, nachdem ihm eine Vernetzung mit internationalen KünstlerInnen gelungen war, in einer beeindruckenden Schau in Paris gezeigt. Nach einer Ausstellung in Berlin 1908 schaffte er schließlich seinen endgültigen Durchbruch, der ihm 1925 unter anderem die Ernennung zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Künste einbrachte. In 1940er entstanden Munchs Selbstporträts, in denen er sich mit dem Tod auseinandersetzte. 1944 stirbt Edvard Munch in Ekely. 

 

Munch und seine künstlerischen Erben

Im zweiten der Teil der Ausstellung wird Edvard Munch schließlich unterschiedlichen KünstlerInnen gegenübergestellt. Zu sehen ist hier beispielsweise Miriam Cahn, die sich in ihren Werken immer wieder mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, wie dem Hinterfragen von Geschlechterrollen, auseinandersetzt. Den Konnex zu Munch schafft sie mit der Darstellung von extremen Gefühlen, wie Angst oder Wut. Munch folgend versucht Cahn die Bedrohung der Existenz zur Schau zu bringen, die sie im Kampf der Geschlechter sieht. Dies wird anhand ihrer Gemälde "Hände hoch!", "Ohrenmensch" oder "Madonna" eindrucksvoll zur Schau gebracht. Neben weiteren KünstlerInnen, wie Georg Baselitz, Tracey Emin oder Peter Doig, ist vor allem Andy Warhols Beschäftigung mit Munch zu erwähnen. Dieser befasste seit den 1980er mit dem Künstler. In New York entstanden Druckgrafiken zu Werken Munchs. Besonders erwähnenswert ist hierbei  seine Serie zu "Der Schrei", der einen eigenen Platz in dieser Ausstellung bekommt. In keinem anderen Werk wird die existentielle Angst so eindrucksvoll festgehalten wie in diesem ikonischen Bildnis. Darin ging es Munch nicht um eine getreue Darstellung des Gesehenen, sondern darum seinem psychischem Empfinden Ausdruck zu verleihen. Nachfolgend haben sich viele Künstler mit der Thematik der Angst beschäftigt.

 

Fazit

Die umfassende Schau "Edvard Munch . Im Dialog" zeigt nicht nur einen Überblick über Munchs Schaffen. das weit über "Der Schrei" hinausgeht. Über mehrere Zugänge, vor allem abgeleitet aus dem Leben des Künstlers, wird ein Einblick in seine künstlerische Praxis gegegeben. Dass Munch auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch Einfluss hat, wird eindrucksvoll in der Gegenüberstellung mit sieben zeitgenössischen Kunstschaffenden gezeigt.

 

Autorin: Isabel Victoria

 

"Edvard Munch. Im Dialog" ist noch bis 19. Juni 2022 in der Albertina zu sehen

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