Ägyptisch-Orientalische Sammlung - Kunsthistorisches Museum

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung im Kunsthistorischen Museum gehört zu den bedeutensten der Welt. Zu sehen sind mehr als 17 000 Objekte, die einen Zeitraum von fast 4500 Jahren umfassen, von der ägyptischen Vor- und Frühzeit bis in die frühchristliche Epoche.

 

Kultkammern und Tierkult

Die Sammlung ist in vier Bereiche eingeteilt, in Totenkult, Kulturgeschichte , bildende Kunst und die Entwicklung der Schrift. Im ersten Bereich findet sich neben einer Chronologie Ägyptens , die von der prähistorischen Zeit bis hin zur griechisch-römischen Zeit reicht, die Kultkammer des Ka-ni-nisut. Die Kultkammer stellte eine oberirdische Verehrungskapelle eines Grabes dar, in welcher Verwandte oder Totenpriester immer wieder Opferrituale durchführten. Zweck war die Versorgung der Toten mit den notwendigsten Gegenständen für das Jenseits. Diese Rituale wurde bildlich und schriftlich festgehalten. Die Kultkammer ist bereits seit dem Ankauf 1914 im Besitz des Kunsthistorischen Museums.

Folgt man der Sammlung weiter, so findet man Ausführungen zum Tierkult in Äygypten. Götter wurden von den Ägyptern schon seit frühester in der Erscheinung von Tieren verehrt. Dabei war nicht das Tier selbst ein göttliches Wesen, sondern stand für eine Eigenschaft einer Gottheit. Katzen, Falken oder Affen zählten zu jenen Tieren, die am meisten verehrt und mumifiziert wurden. Diese Tiermumien sollten ihren Stifter mit einer Gottheit in Verbindung treten lassen, um von ihm Gnade zu erhalten.

 

Von Nilpferden und schreitenden Löwen

Eines der Highlights ist zweifelsohne die Statuette eines Nilpferdes, die im fünften Raum der Sammlung zu finden ist. Diese stammt aus dem mittleren Reich und entstand um 2000 v. Chr.  Nilpferde standen für Regeneration im Jenseits und waren ein bevorzugte Grabbeigabe, Das Nilpferd besteht aus Fayence, ist blau-grün glasiert und trägt Zeichnungen von Pflanzen und Tieren aus seinem Lebensraum am Körper.

Gegen Ende der Sammlung ist noch ein monmumentales Relief eines schreitenden Löwen ausgestellt. Soche Darstellungen war Teil einer Zugangsstraße, die das Ischtar-Tor von Babylon mit dem Zentrum verband. Der Löwe steht symbolisch für die babylonisch-assyrische Göttin Ischtar.

 

Fazit

Das Kunsthistorische Museum bietet anhand der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung einen umfassenden Einblick. Es wird nicht nur auf Mumien oder Sarkophage eingegangen, sondern auch auf das alltägliche Leben und den Tierkult. Es ist auf jeden Fall einen oder mehrere Besuche für Jung und Alt wert.

 

Autorin: Isabel Victoria

 

Die "Ägyptisch-Orientalische Sammlung" ist als Dauerrepräsentation im Kunsthistorischen Museum zu sehen. 

 

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