Whiteness as Property - Rassismus und Eigentumsverhältnisse - Künstlerhaus

Seit 12. Februar 2022  ist im Künstlerhaus die Ausstellung "Whiteness as Property" zu sehen. Es wird versucht, Besitzverhältnisse, die von Rassismus geprägt wurden, aus einer materialistischen Perspektive zu hinterfragen.

 

Rassistische Besitzverhältnisse?

Der Titel der Schau leitet sich aus dem Text "Whiteness as Property" von Cheryl I. Harris aus dem Jahr 1998 ab. Darin wird davon ausgegangen, dass im Zuge von Rassimusbewegungen nicht nur die schwarze Bevölkerung enteignet wurde, sondern auch das Eigentum selbst, das nur der weißen Identität zustehe. Die Schau, die sich im ersten Obergeschoss befindet, erstreckt sich über insgesamt sieben Räume. Gezeigt werden Arbeiten von Robert Gabris, Angela Anderson,  Tania Candiani, Hristina Ivankovska oder Fokus Grupa.

 

Der zerbrochene Rasen

Betritt man die Ausstellungsfläche, so steht man im ersten Raum unter anderem einem Rasen bestehend aus zerbrochenen grünen Glasflaschen, die mit Benzin gefüllt sind, gegenüber. Es handelt sich hierbei um die Installation "Lawn" von Lungiswa Gquinta. Der Rasen steht für besitz-individualistische Privilegien in der Vorstadt und die gefüllten Flaschen symbolisieren verschiedene Arten von Protest. "Lawn" nimmt sich seinen eigenen Raum und markiert somit wie der Rasen ein Stück Privatbesitz. Das Kunstwerk befindet sich mitten im Raum, macht Durchgänge nur schwer erreichbar und veweist somit auf die Inbesitznahme von Land.

 

Zuckerplantagen und koloniale Bewegung

Im vierten Ausstellungsbereich befindet sich schließlich "Ohne Titel (Sakada)" von Stephanie Misa. Zu sehen sind unter anderem Drucke, ein Video und ein Plattenspieler. Im Hintergrund läuft  das Hula Lied "Little Brown Gal" aus dem Jahr 1935. Eine koloniale Verbindung wird in dieser Installation hergestellt anhand einer Ware, nämlich Zuckerplantagen. Diese wurden von den USA im Zuge der Neuübernahme Hawaiis kapitalisert. Das begleitende Video bietet einen Kommentar zur kolonialen Bewegung.

 

Fazit

Das Künstlerhaus bietet mit "Whiteness as Property" einen komprimierten und gleichzeitig umfassenden Überblick über gegenwärtige künstlerische Auseinandersetzungen mit Rassimus. Der Begriff soll dabei nicht romantisiert werden, sondern als ein Experimentierfeld für die Künstler dienen und dies wird in der Schau eindrucksvoll erfüllt.

 

Autorin: Isabel Victoria

 

"Whiteness as Property" ist noch bis zum 6. Juni 2022 im Künstlerhaus zu sehen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0