Calle Fuhr - Heldenplätze - Volkstheater

Seit 13. April 2022 ist „Heldenplätze“ von Calle Fuhr aufgrund des großen Erfolges im Herbst 2021 wieder zu sehen. Schauplatz für das Stück, das die österreichische Erinnerungskultur thematisiert, ist die Dunkelkammer im Volkstheater. 

 

Erinnerungen 

„Heldenplätze“ befasst sich mit Fragen rund um das eigene Gedächtnis, das die Persönlichkeit von jedem Menschen prägt. Im Mittelpunkt steht hier Theresa, genannt Resi, die durch das Erzählen ihre Kindheit und den zu frühen Tod ihres Bruders Pepi verarbeiten möchte.

 

Toni Sailer als Idol

Pepi wollte wie der großartige Toni Sailer sein. Dieser beherrschte nicht nur das Skifahren, sondern war auch äußerst erfolgreich als Sänger und Schauspieler. Es ist vor allem sein Film „Der schwarze Blitz“, der im Zentrum der schönsten Erinnerungen von Theresa steht und nach Pepis Tod zu ihrem "safe space" wird.

 

Idealbild vs Realität 

Toni Sailer, das Vorbild für Generationen, wird 1974 der Vergewaltigung bezichtigt. Der Fall wird 2018 neu verhandelt. Damit ändert sich das idealisierte Bild bzw die Vorstellung vom Helden schlagartig. Theresa steht nun in Ambivalenz zwischen sich und ihrem eigenen Gedächtnis. 


Fazit

Calle Fuhrs "Heldenplätze" ist eine äußerst gelungene Inszenierung, in der Realgeschichte und Biographie aufeinander treffen. Getragen wird das Geschehen von Gerti Drassl als Theresa. Sie interagiert mit dem Publikum, regt mit ihren (tragikomischen) Geschichten zum Nachdenken an und bringt die ZuschauerInnen zum Schmunzeln.


Autorin: Isabel Victoria 


Die nächste Aufführung von "Heldenplätze" findet am 20. April statt 


FotoCredit: ©Nikolaus Ostermann

Kommentar schreiben

Kommentare: 0