Hans Weigand - Rider in the Storm - Albertina

Seit 19. Mai 2022 läuft in der Albertina die Ausstellung "Hans Weigand - Rider in the Storm", in welcher der Grafiker mit seinen aktuellsten Arbeiten vorgestellt wird. Der Künstler bedient sich immer wieder an traditionsreichen Medien und transferiert sie in die Gegenwart. 

 

The Doors und die alten Meister

Seit den 1970er Jahren wird Weigand stark von Pop-Art, Science-Fiction oder Psychodelic Rock geprägt. Dies macht sich an der Titelgebung seiner Arbeiten bemerkbar, die unter anderem nach Songs von The Doors und The Clash benannt wurden. Vom Wiener Kunstkreis beeinflusst setzt sich der Künstler mit Sehnsüchten, Rausch oder der Entfremdung vom eigenen Selbst auseinander und greift dabei auch immer wieder gesellschaftspolitische Motive auf. Dies zeigt sich auch in den Jahren, als Weigand in Los Angeles lebt. Neben der Surf-Punk-Kultur findet damals auch die Finanzkrise 2008 Eingang in seine Werke. In den Arbeiten prallen zeitgenössische Motive auf die Bilder der alten Meister.

 

Stürmische Wogen

Nach einer Einleitung im ersten Bereich der Schau werden Arbeiten des Grafikers gezeigt, aufgeteilt in unterschiedliche Themenblöcke. Wie schon viele Künstler zuvor und danach, greift auch Hans Weigand das Motiv der Welle immer wieder in seinen Bildern auf. In Weigands monumentalen Werken türmen sich furcheinflößende Wogen zu gigantischen Wellenbergen auf. Nur hin und wieder taucht darin ein Surfer auf, der sich der Gefahr zu stellen scheint. Der Mensch wird dabei zum Spielball, der sich der Naturgewalt zu unterwerfen hat. Und so zwingt Weigand auch gewissermaßen die Betrachter seiner Werke, in die Wassermassen einzutauchen.

 

Mensch gegen Wasser 

In Holzschnitten beschäftigt sich der Künstler immer wieder mit der Surferszene. Wie des Öfteren fließt auch hier das Außenseitertum mit ein. Das Bild vom glücklichen Surfer, der sich den Wellen voll und ganz hingibt, wird hier jedoch zum Albtraum. Die Surfer werden regelrecht von den sich auftürmenden Wassermassen verschlungen. Dies kann als Metapher für die untergegangene Hippie-Kultur gesehen werden. Die Figuren scheinen aus längst vergangenen Zeiten zu entstammen, sind aber aus historischen Kupferstichen entlehnt. 

 

Fazit

Die Ausstellung über Hans Weigand ist äußerst interessant. Die Arbeiten des Künstlers bestechen durch eine gekonnte Verschmelzung von Gegenwart und Vergangenheit. Abstraktion trifft hier auf Gegenständliches und eröffnet dem Betrachter immer wieder neue Blickwinkel. Weigands Themen sind sehr breitgefächert und gehen manches Mal auch ineinander über. Und so findet man unter anderem Arbeiten, in denen einzelne Figuren oder Surfer inmitten von riesigen Wellenbergen auftauchen. Es ist eine Reise in vergangene Kunstepochen, die wir dank Weigands Arbeiten machen, jedoch landen wir dabei auch immer wieder in der Gegenwart. Alles in allem ist diese Ausstellung sehr gelungen und sehenswert.

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

"Hans Weigand - Rider in the Storm" ist noch bis 21. August 2022 in der Albertina zu sehen 

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