August Strindberg - Fräulein Julie - Akademietheater

Im Mai 2021 war die Premiere von August Strindbergs "Fräulein Julie" in der Inszenierung von Mateja Koležnik im Akademietheater. Das naturalistische Trauerspiel, das 1888 verfasst wurde, zählt zu den meistgespielten Stücken des schwedischen Schriftstellers.

 

Heute spinnt sie mal wieder 

Es ist Mittsommer, die längste Nacht des Jahres. Der Graf ist unterwegs, seine Tochter Julie, die gerade eine geplatzte Verlobung mit einem Oberst hinter sich hat, ist auf dem Anwesen zurückgeblieben und feiert ausgelassen mit der Dienerschaft. Damit widersetzt sie sich den gültigen Standesregeln. Der Kammerdiener Jean erstattet seiner Verlobten Kristin Bericht über die "Verrücktheiten", die von statten gehen und gesellt sich auf Bitten Julies auch gleich dazu.

 

Verbotene Leidenschaft 

Julie fühlt sich zu dem älteren und äußerst gebildeten Diener Jean, der schon die ganze Welt bereist hat, hingezogen und verführt ihn. Aus einem Flirt zwischen den beiden entwickelt sich in dieser Nacht langsam mehr. Nach ein paar Drinks geben sie sich der Leidenschaft füreinander hin, während sich Kristin im Nebenzimmer aufhält.

 

Entscheidungen

Daraufhin folgt ein Gespräch zwischen Jean und Julie über eine mögliche gemeinsame Zukunft im Ausland. Aufgrund der Standesunterschiede ist das Unternehmen jedoch nicht so leicht umzusetzen. In dem Moment, als sie sich entschließen aufzubrechen, kommt jedoch alles anders.

 

Fazit 

Mateja Koležnik ist eine äußerst interessante Inszenierung von Strindbergs Klassiker gelungen. Es zeigt, dass auf der Bühne nicht viel passieren muss, um eine Geschichte zu erzählen. Erwähnenswert ist auch das Bühnenbild von Raimund Orfeo Voigt. Das Geschehen wird in einen großen gläsernen Guckkasten, der auf stählernen Beinen steht, gepackt. Ereignisse und Gespräche, die außerhalb dieses Rahmens stattfinden, kommen aus dem Off. Alles in allem ist "Fräulein Julie" durchaus sehenswert.

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

"Fräulein Julie" ist auch in der kommenden Spielzeit wieder im Akademietheater zu sehen 

 

FotoCredit: Susanne Hassler-Smith

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