Carl Millöcker & Theo Mackeben - Die Dubarry - Volksoper

Am 3. September 2022 wurde mit Carl Millöckers Operette "Die Dubarry" feierlich die neue Saison in der Volksoper eröffnet. Für die Regie zeichnete sich Jan Philipp Gloger verantwortlich. 

 

Eine neue Sichtweise

Die Neufassung von Theo Mackeben aus den 1920er Jahren wirft ein neues Bild auf das 1879 entstandene Original. Ausgehend von der historischen Figur der Jeanne Beçu wird hier die Geschichte einer starken Frau erzählt, die selbstbewusst ihre Ziele verfolgt. Es werden Bilder der Weiblichkeit, die sich im Wandel befinden, hinterfragt. Um dies zu erreichen, wurden in der Neuberarbeitung vier Jahrhundert kreiert. Die Gegenwart trifft dabei auf das Frankreich von Ludwig XV.

 

Komplizierte Liebschaften 

Worum geht es in "Die Dubarry" eigentlich? Im Zentrum der Handlung steht Jeanne Beçu, die in einem Modeatelier angestellt ist. Sie lernt den armen Maler René kennen und verliebt sich in ihn. Währenddessen beginnt ihre Kollegin Margot eine Affäre mit einem reichen Kunden. Die Beziehung von Jeanne und René beginnt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten langsam zu bröckeln. 

 

Geliebte des Königs 

Bald wird der Graf Dubarry auf Jeanne aufmerksam und will sie für sich gewinnen. Dies führt zum endgültigen Bruch mit dem eifersüchtigen René. Jeanne beginnt schließlich als Sängerin in einem Nachtclub zu arbeiten. Nachdem die junge Frau die Avancen von Graf Dubarry zunächst abgelehnt hat, lässt sie sich doch auf ihn ein. Später stellt sich heraus, dass der Graf Jeanne als Mittel zum Zweck sieht, um Einfluss im Königshaus zu gewinnen. Er will sie zur Geliebten des Königs machen, was ihm später auch gelingt. 

 

Fazit

"Die Dubarry" ist ein gelungener Auftakt der Intendanz von Lotte de Beer. Gesanglich kann vor allem Annette Dasch als Jeanne Beçu überzeugen. In der schrillen Inszenierung sind auch die Auftritte von Juliette Khalil als Margot und Wolfgang Gratschmaier als Marquis de Brissac erwähnenswert. Wie realistisch die Operette ist, zeigt das Ende, welches nicht so schön ist, wie vielleicht gehofft wird. Schlussendlich wird angedeutet, dass die Dubarry im Zuge der Französischen Revolution geköpft wurde. 

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

FotoCredit: Barbara Pálffy

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