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Bertolt Brecht - Die Kleinbürgerhochzeit - Kammerspiele der Josefstadt

Bereits im Jänner 2023 feierte Bertolt Brechts Einakter "Die Kleinbürgerhochzeit" Premiere in den Kammerspielen der Josefstadt. Für die Regie zeichnet sich Philip Tiedemann verantwortlich, das zerbrechliche Bühnenbild stammt von Alexander Martynow.

 

Feierliche Stimmung?

Eine illustre kleinbürgerliche Gesellschaft findet sich an einer engen Tafel zusammen, um die vorangegangene Hochzeit des jungen Paares Maria und Jakob zu zelebrieren. Die scheinbare Harmonie geht jedoch bald, wie das selbstgezimmerte Mobiliar, zugrunde. 

 

Belanglosigkeiten  

Die Stimmung kippt ziemlich bald. Denn der Brautvater beginnt belanglose Geschichten, die eh schon jeder kennt, pointenlos zu rezitieren. Dies wird von den Gästen freundlich ignoriert, während die Braut darauf schon kurze Zeit später äußert genervt reagiert.

 

Streitigkeiten 

Zudem ist der Bräutigam eifersüchtig, die Braut schwanger und die übrige Verwandtschaft eine einzige Zumutung. Man fällt einander ins Wort, tanzt, macht Musik und singt Lieder mit anstößigen Texten. Dies artet schließlich in einen großen Streit aus, der die Feierlichkeiten beenden und dem Brautpaar nicht gerade den besten Start in die Ehe bescheren.

 

Fazit

Bertolt Brechts Frühwerk ist eine bitterböse Satire auf das Spießbürgertum, dessen heile Welt während einer Hochzeitsfeier zusammenbricht. Diese Inszenierung besticht durch ein spielfreudiges Ensemble, das in dem zerbrechlichen Guckkasten  slapstickartige Szenen zum Besten gibt.

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

FotoCredit: Moritz Schell

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