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Daniel Kehlmann - Ostern - Kammerspiele der Josefstadt

 

Mit “Ostern”, das am 6. September 2025 in den Kammerspielen der Josefstadt uraufgeführt wurde, legt Daniel Kehlmann ein zeitnahes Stück über die Corona-Pandemie vor. Es wurde von Stephanie Mohr inszeniert und versucht, das Unfassbare, Absurde und zutiefst Menschliche der Lockdown-Zeit auf der Bühne zu spiegeln. 

 

Szenen des Alltags 

Der erste Teil des Stücks ist sketchhaft, fast kabarettistisch angelegt. Es werden Szenen des Alltags im Lockdown gezeigt - mit absurden Vorschriften oder Einschränkungen. Und so beobachtet eine Familie beispielsweise genau, in welchen Abständen die Nachbarin die Wohnung trotz Ausgangsbeschränkung verlässt.

 

Wahnsinn 

Der zweite Teil konzentriert sich auf Jodok Americh, der in einer Hotel- Quarantäne ausharren muss . Der Schauspieler wird nicht nur räumlich, sondern auch psychisch abgeschottet und dreht allmählich durch. Dies spitzt sich so lange zu, bis er zu halluzinieren beginnt und nicht-reale Menschen sieht.

 

Kontrast

“Ostern” lebt vom Kontrast: dem Grauen des Lockdowns und der Lächerlichkeit, in die viele Situationen abgleiten. Diese Dialektik wird zum Motor – denn nur durch Überzeichnung, Satire und Ironie lassen sich Mechanismen sichtbar machen, die wir manchmal verdrängen wollen.

 

Fazit

“Ostern” ist ein ambitioniertes Unterfangen, um komplexe Gefühle, Widersprüche und Verwerfungen dieser Zeit zu beleuchten. Es gelingt oft, Spannung herzustellen zwischen komischer Übertreibung und existenzieller Einsamkeit – zwischen dem öffentlichen Reglementierungsdiskurs und dem privaten Zusammenbruch. 

 

Weitere Termine und Tickets

 

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

FotoCredits: Moritz Schell

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