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Serapionstheater & das.bernhard.ensemble - FLEDER.STRAUSS - Odeon Theater

 

FLEDER.STRAUSS zeigt eine Mischung aus Strauss-Hommage, Katastrophen-Szenario und experimentellem Musiktheater. Die Inszenierung unter der Leitung von Ernst Kurt Weigel und Max Kaufmann feierte am 25. November 2025 im Odeon Theater Premiere und verbindet die ikonische Bildsprache des Serapionstheaters mit dem pulsierenden Sound des bernhard.ensembles.

 

Operette im Ausnahmezustand

In dem Stück geht eine KünstlerInnen-Truppe per Flugzeug mit einer Operette über Johann Strauss auf Tournee, stürzt jedoch bald ab . Das Wrack des Flugzeugs dominiert die Bühne und schafft einen „Zwischenraum“ aus Ironie und existenzieller Bedrohung. In diesem Setting entfalten die PerformerInnen ein Hin und Her zwischen choreografierter Genauigkeit und absurdem Improvisationsgeist.

 

Walzer, Elektronik und Kontrollverlust

Musikalisch sind Strauss-Motive  zunächst erkennbar und bewegen sich zwischen Walzer, Polka-Figuren sowie kleine melodische Zitate. Doch sie geraten zunehmend ins Wanken und werden verlangsamt, geloopt, elektronisch verfremdet oder rhythmisch gebrochen. das.bernhard.ensemble ergänzt die Kompositionen mit elektronischen Pulsflächen, perkussiven Brüchen und abrupten Schnitten. Diese Klangcollage ist weniger romantisch als vielmehr ein musikalischer Stresstest.

 

Theater im Dazwischen

In den Szenen nach dem Crash setzt die Inszenierung deutlich stärker auf körperliche Erzählformen. Thematisch oszilliert das Stück zwischen Überlebenskampf, künstlerischer Selbstbefragung und ironischer Strauss-Dekonstruktion. Die Gespräche über Schuld, Rivalitäten und „verlorene Töne“ führen zu kurzen dramatischen Lichtmomenten, die jedoch bewusst nicht zu einer durchgehenden Handlung verknüpft werden. Die Fragmentierung wirkt wie ein Kommentar auf Operette und Katastrophe gleichermaßen: Beides ist Illusion, beides ist Konstruktion, beides kann jederzeit zusammenbrechen.

 

Fazit

FLEDER.STRAUSS ist ein intensives, visuell kräftiges und musikalisch experimentelles Theatererlebnis, das Johann Strauss nicht feiert, sondern hinterfragt – und gerade dadurch eine eigentümliche Hommage erzeugt. Die Inszenierung ist mutig, teilweise sperrig und dramaturgisch bewusst brüchig.

 

Weitere Termine und Tickets

 

 

Autorin: Isabel Victoria

 

FotoCredits: Nadine Melanie Hack

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