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Michaelina Wautier. Malerin - Kunsthistorisches Museum

 

Das Kunsthistorische Museum Wien widmet seine Herbstausstellung 2025/26 der flämischen Barockmalerin Michaelina Wautier (ca. 1613/18–1689), die eine der spannendsten Wiederentdeckungen der jüngsten Kunstgeschichte ist. Erstmals werden in Wien nahezu alle erhaltenen Werke der Künstlerin zusammen gezeigt. In der Schau wird Wautiers ungeheure künstlerische Bandbreite und ihr Rang auf Augenhöhe mit Zeitgenossen wie Rubens und van Dyck sichtbar gemacht.

 

Eine vergessene Künstlerin

Michaelina Wautier war eine ebenso vielseitige wie mutige Malerin des 17. Jahrhunderts, deren Werk lange Zeit aus Kunstgeschichtsbüchern verschwunden war. In einer Epoche, in der Frauen oft auf Stillleben oder Genredarstellungen beschränkt blieben, malte sie selbstbewusst Großformate, Historien- und Allegorienbilder, die mit der Ambition und technischen Meisterschaft von männlichen Künstler konkurrieren konnten.

 

Die Vielfalt der Themen und Techniken

Ein Augenmerk der Ausstellung wurde auf die enorme thematische und technische Vielfalt von Wautiers Schaffen gelegt. Neben monumentalen Historienbildern werden feinfühlige Porträts, allegorische Reihen und Einzelstücke gezeigt, die ihr künstlerisches Selbstbewusstsein und ihren Humor verraten. Bemerkenswert ist insbesondere, wie sie Männerakte und mythologische Szenen mit einer Präzision und Komplexität darstellte, wie es für eine Frau ihrer Zeit kaum möglich schien – ein Fakt, der historisch zur falschen Zuschreibung ihrer Werke beitrug.

 

Vom Schatten ins Licht 

Die Ausstellung markiert nicht nur eine museale Retrospektive, sondern auch eine kunsthistorische Neubewertung einer zu Unrecht vergessenen Meisterin. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde Wautiers Bedeutung durch Forschungsarbeit wieder ans Licht geholt und ihr Werk rekonstruiert; viele Gemälde waren zuvor entweder anonym oder männlichen Kollegen zugeschrieben worden. Sie erzählt damit auch eine Geschichte über die Unsichtbarkeit von Frauen in der Kunstgeschichte – und ihre allmähliche Rückkehr ins kollektive Gedächtnis.

 

Fazit

„Michaelina Wautier, Malerin“ im Kunsthistorischen Museum ist ein kulturelles Ereignis, welches das Gesamtwerk einer außergewöhnlichen Künstlerin in den Mittelpunkt rückt und tradierte Narrative der europäischen Barockkunst herausfordert. Durch die versammelte Präsentation ihres Œuvres eröffnet die Ausstellung einen frischen Blick auf ein künstlerisches Schaffen, das sowohl in seiner Vielfalt als auch in seiner Qualität zu den Höhepunkten des 17. Jahrhunderts zählt.

 

Weitere Termine und Tickets

 

Autorin: Isabel Victoria

 

FotoCredits: KHM-Museumsverband

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