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das.bernhard.ensemble - Was geschah, nachdem BABSIE ihren Ken...?" - Off-Theater Wien

 

Am 17. März 2026 fand die Premiere von „Was geschah, nachdem Babsie ihren Ken…?“ vom das.bernhard.ensemble im OFF-Theater statt. Es handelt sich hierbei um ein grelles, ironisch gebrochenes Mash-up, das sich zwischen Popkultur, Feminismus und Wiener Alltagsrealität bewegt. Inspiriert von Elfriede Jelinek und Greta Gerwig erzählt die Produktion von einer Influencerin, die ihr künstliches Leben hinter sich lässt und im Diskonter zur politischen Kämpferin wird.

 

Zwischen Plastikfantasie und Diskonterrealität

In diesem Mash-Up entzieht sich Babsie, ehemals Bewohnerin eines idealisierten „Babsiebezirks“, nach der Lektüre von Elfriede Jelinek der glatten Barbie-Welt und sucht Authentizität in der „real world“ und landet an der Kassa eines Supermarkts.

Das Stück spielt mit dem Kontrast zwischen hyperinszenierter Oberfläche und sozialer Wirklichkeit. Die Bühne wird zum Ort der Entzauberung, an dem Glitzer und Konsumästhetik auf prekäre Arbeitsverhältnisse aufeinanderprallen.

 

Feministischer Furor mit ironischer Brechung

Babsies Kampf gegen das Patriarchat ist laut, körperlich und bewusst überzeichnet. Ihr Aktivismus wirkt nicht als moralische Belehrung, sondern als performativer Exzess. Die Produktion zelebriert den Widerstand und hinterfragt ihn zugleich.

Die Handschrift des Ensembles zeigt sich in einer collageartigen Dramaturgie – Textflächen, choreografische Elemente und popkulturelle Referenzen greifen ineinander. Der Einfluss von Jelineks Sprachkritik ist spürbar, wird jedoch durch humorvolle und manchmal groteske Momente aufgelockert.

 

Ästhetik des Mash-ups

Die Inszenierung ist entgegen einer linearen Erzählweise aufgebaut. Szenen wirken fragmentarisch, Figuren wechseln zwischen Rolle und Kommentar. Diese Struktur spiegelt die zersplitterte Gegenwart wider.

Besonders auffällig ist der bewusste Einsatz von Körperlichkeit: Die PerformerInnen bewegen sich zwischen Überzeichnung und Verletzlichkeit. Die Bühne wird zum Resonanzraum für gesellschaftliche Zuschreibungen, die reproduziert und dekonstruiert werden.

 

Fazit

„Was geschah, nachdem BABSIE ihren Ken…?“ ist eine bewusst widerspenstige Auseinandersetzung mit Gegenwartsfragen. Dem Ensemble gelingt es, Popästhetik und politische Dringlichkeit zu verbinden, ohne in Eindeutigkeiten zu verfallen.

Im Stil eines reflektierenden Kunstmagazins gedacht, bleibt nach der Aufführung vor allem ein Eindruck: Babsies Reise ist keine Befreiung, sondern vielmehr eine permanente Suchbewegung.

 

Weitere Termine und Tickets

 

 

Autorin: Isabel Victoria 

 

FotoCredits: Walter Mussil

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